Promi-Yogalehrer

„Bikram Yoga ist wie ein Cheeseburger“

Feroze Khan, Teilinhaber des ersten Schwabinger Bikram Yoga-Studios erzählt im Gespräch mit Brennpunkte München, was Lady Gaga um fünf Uhr morgens in Japan macht, warum die Lehrer ihre Schüler anschreien und was Bikram Yoga mit einem Cheeseburger gemeinsam hat.

Bei ihm kommt man ins Schwitzen: Feroze Khan hat den heißen Hollywoodtrend nach Schwabing gebracht (Foto: Bikram Yoga Schwabing)

Brennpunkte München: Herr Khan, Bikram Yoga ist der Trendsport der Stars. Warum?

Feroze Khan: Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, achten auf ihren Körper, auf ihre Gesundheit und ihre Ausstrahlung. Bikram Yoga bringt Körper und Seele zusammen, entgiftet und baut Stress ab. Ich unterrichte Wolfgang Joop, die Eiskunstläufer von „Holiday on Ice“, Tennisprofi Alexander Waske und ein Team der Fußballbundesliga. Als Katy Perry ein Konzert in Frankfurt gegeben hat, kam die ganze Bühnencrew zu uns. Lady Gaga macht Bikram Yoga jeweils vor ihren Konzerten und danach. Egal in welchem Land sie ist, sie bekommt einen Lehrer von uns gestellt. Vor kurzem wollte sie früh um fünf in Japan trainieren. Das ist die beste Werbung: Wenn der Star es macht, wollen es alle anderen auch.

BM: Trägt Bikram Yoga zum Erfolg der Stars bei?

Feroze Khan: Beim Bikram Yoga geht es um Disziplin und Perfektion. Wir erlauben es den Schülern nicht, fünf Minuten zu spät kommen. Sie sollen Respekt gegenüber dem Lehrer und sich selbst haben. Die Schüler beobachten sich im Spiegel und korrigieren ihre Fehler. Sie steigern ihre Leistung mit jedem Mal. Bikram Yoga schult diesen Ehrgeiz.

BM: Wie kann man die Disziplin aus dem Unterricht in den Alltag übertragen?

Feroze Khan: 80 Prozent der Disziplin bestehen darin, sich aufzuraffen und ins Yoga-Studio zu gehen. Beim Bikram Yoga lernt man, auf seinen Körper zu hören. Die Disziplin und Perfektion, die der Yoga-Lehrer erwartet, spüren die Schüler bald auch im Alltag. Sie leben gesünder, sind konzentrierter und nehmen Herausforderungen ohne Angst an.

BM: Warum haben Sie sich auf Bikram Yoga spezialisiert?

Feroze Khan: Ich bin in Indien geboren. Als ich noch dort gelebt habe, hatte ich eine Knieverletzung. Da hat mich der Arzt zum Bikram Yoga geschickt, weil man sich bei der Hitze nicht so schnell verletzen kann. Ich bin sofort süchtig geworden. Nach wenigen Bikram-Stunden fühlte ich mich wie neugeboren: Meine Knieschmerzen waren weg, ich war belastbarer und konzentrierter als vorher.

BM: Wie wird man Bikram-Lehrer?

Feroze Khan: Man muss ein neunwöchiges Teacher-Training beim Guru (Bikram Choudhury, Anmerkung der Redaktion) in Los Angeles besuchen. Danach kann man

ein Franchise gründen. Mit meiner deutschen Frau bin ich 2003 von Kalifornien nach Europa gezogen. Wir haben Bikram-Studios in Brüssel, Antwerpen, der Schweiz, Frankfurt, München eröffnet. Demnächst gibt es eins in Köln. Trotzdem muss ich mich alle zwei Jahre vom Guru in Los Angeles neu zertifizieren lassen. Das ist wie beim TÜV.

BM: Wie beim TÜV?

Feroze Khan: Ja, Bikram Yoga ist ein lebenslanger Prozess. Diese Prüfung stellt sicher, dass der weltweite Standard gleich bleibt. Die Kombination aus Hitze und den bestimmten Positionen hat der Guru erfunden. Das gab es vor 30 Jahren noch nicht. Dieses System hat er sich patentieren lassen.

BM: Mit dem Patent hat Bikram Choudhury aber auch das 5000 Jahre altes Wissen der Inder globalisiert und kommerzialisiert.

Feroze Khan: Wir leben in einer globalisierten Welt. Wenn man da erfolgreich sein will, muss man überall den gleichen Standard anbieten. Bikram Yoga ist die größte Yoga-Bewegung unserer Zeit. Es gibt mehr als 1000 Bikram-Studios. Egal ob in Amerika, England, Japan oder Deutschland: Jeder Kurs läuft nach dem gleichen Schema. Das ist Franchising. Wenn du bei McDonalds einen Cheeseburger bestellst, schmeckt er auf der ganzen Welt gleich. So funktioniert auch Bikram Yoga.

BM: Warum schreien die Lehrer ihre Schüler im Kurs an?

Feroze Khan: Beim Yoga hört der Kopf nicht auf, zu denken und zu arbeiten. Deshalb haben wir diesen strengen Umgangston in der Klasse. Wenn die Schüler dem Lehrer zuhören, sich im Spiegel beobachten und ihre Positionen immer wieder verbessern, sind ihre Gehirne so beschäftigt, dass unnötige Gedanken ausgeblendet werden. Der Lehrer schreit und fordert die Schüler heraus. Damit versucht er, Kontrolle über deren Gedanken zu bekommen. Das ist die Meditation im Bikram Yoga. Wer es schafft, alle persönlichen Gedanken auszublenden, ist ein Stück weiter.

Von Stephanie Kreis (am 15.12.2011)